Anhang2 - Glossar

abstract: "When I use a word," Humpty Dumpty said in rather a scornful tone, "it means just what I choose it to mean — neither more nor less."

Glossar

"When I use a word," Humpty Dumpty said in rather a scornful tone, "it means just what I choose it to mean — neither more nor less." "The question is," said Alice, "whether you can make words mean so many different things." "The question is," said Humpty Dumpty, "which is to be master — that’s all." Lewis Carol, Alice in the Wonderland

Um über (literarische) Texte in natürlicher Sprache zu schreiben, müssen Regeln und Begriffe festgelegt werden, die zur Metasprache (d.h. die Sprache, mit der Text beschrieben werden kann) gehören.

Erzählung (englisch "story") : ein Text (oder Gesprochenes), der ein selbständiges (literarisches) Werk; nicht die Fortsetzung einer vorangehenden Geschichte.

Geschichte : Geschichten sind Fortsetzungen von Geschichten; jede Geschichte hat eine Vorgeschichte.

Erzählung als Oberbegriff : In diesem Kontext wird Erzählung als Oberbegriff für alle selbständigen Geschichten und Berichte verwendet [ref]; meist wird angenommen, dass eine Erzählung ein literarisches Produkt sei, von einem Autor produziert und ohne Anspruch auf Reflexion eines tatsächlichen Situation in der Realität. Der Bericht dagegen, so wird angenommen, ist die Darstellung eines realen Geschehens, direkt oder indirekt, durch einen Beteiligten mit dem Anspruch, dass der Berichtende zumindest überzeugt von der Übereinstimmung mit der Realität (vgl. die Definition von Lügen als "sagen, was man weiss, dass es falsch ist").

Geschichte (allenfalls auch Historie, englisch "report") : Text (oder Gesprochenes), was erzählt wird.

Welt : die durch den Text beim Leser entstehende Vorstellung über den Zustand der Welt, indem die Geschichte spielt. Die Welt ist veränderlich und mit "Welt" ist ein Zustand dieser Welt gemeint. "Geschichte" meint die Abfolge solcher Zusatzende der "Welt".

Realität : Die physisch existierende Welt, in der wir leben.

Autor : der Mensch, der den Text oder das Gesprochene produziert, Erzähler : der Sprechende des Textes (in der Welt des Textes)

schreiben : die Tätigkeit des Autors, der den Text produziert. Der Text legt den provozierten Zustand der Welt fest. Je mehr geschrieben wird umso mehr ist der Zustand der Welt festgelegt.

festgelegt (Objekte) : Objekte (Personen oder Dinge) in der (provozierten) Welt; die Eigenschaften über die Entwicklung der Geschichte behalten (ausser sie sind in der Geschichte verändert).

festlegen : eine Person oder ein Objekt wird in die Geschichte eingeführt und hat Eigenschaften

verändert, wird zu : eine Eigenschaft eines Objektes wird durch eine Handlung in der Geschichte verändert

ausdrücklich : eine Änderung der Welt wird durch eine Textpassage signalisiert.

Kontext : eine oder mehrere Textteile, in der Festlegungen gelten, die ausserhalb dieses Kontextes nicht gelten.

Perspektive : (auch Blickwinkel, Blickpunkt)

Signale : Ein Signal an den Leser beschreibt einen Aspekt der Erzählweise und nicht ein Teil der Handlung. Signale informieren

Typ eines Signals : Ein Signal kann über Zeit, Ort oder Erzähler informieren. Das ist der Typ des Signales.

Szene : Eine Folge von Handlungen mit der gleichen Erzählperspektive

Konsistenz des Erzählers : Die Erzählperspektive darf nicht innerhalb einer Szene ändern, bzw. eine Szene wird abgeschlossen und eine neue beginnt wenn der Erzähler wechselt.

Zeitliche Konsistenz : Zeit schreitet voran; Sprünge sind möglich indem unwesentliches übersprungen wird, aber Personen und Objekte können nicht in der Zeit herumspringen, Reisen in der Zeit sind nicht möglich. Es gibt wichtige literarische Werke (und Filme), die diese Regel verletzen.

Räumliche Konsistenz : Personen und Dinge bleiben am Ort, ausser sie werden bewegt. Wenn nichts besonderes mitgeteilt, tauchen Personen und Dinge wieder dort auf, wo sie zuletzt verlassen wurden.

Raum-Zeit Konsistenz : Bewegungen von Personen und Objekten im Raum brauchen Zeit, proportional zur Distanz und in Abhängigkeit der angegebenen Fortbewegungsart.

Konsistenz von Personen und Dingen : Die vorhandenen Objekte und deren Zustand bleibt ohne im Text motivierte Veränderung gleich.

Emotionale Konsistenz : Der emotionale Zustand von Personen verändert sich nicht ohne Grund. Aktionen sind durch den emotionalen Zustand der handelnden Person motiviert.

Wortschatz Konsistenz : Der Wortschatz sprechender Personen stimmt mit ihrem übrigen Zustand überein: Bildungsniveau, Emotion,

Konsistenz des Wissensstandes : Wenn die Erzählung ausführt, was eine der handelnden Personen weiss, so ist der Erwerb des Wissens, durch Beobachtung, Bericht andere Personen etc. motiviert. - Die Personen sind nicht allwissend und können nicht in die Zukunft schauen.

linearisierbar : Sammlung, die nach einer bestimmten Methode in eine Reihe gebracht werden kann, so dass alle Elemente einmal erscheinen.

Um Missverständnisse zu vermeiden, die durch eine umgangssprachliche Interpretation möglich werden, markiere ich hier Wörter, die in der in diesem Text definierten Bedeutung verwendet werden und schränke deren Bedeutung damit ein.

Entität : Sammelbegriff für alle Personen, Objekte, Zeitpunkte, Orte etc. die in einer Erzählung vorkommen. Sie müssen mit eindeutigen Bezeichnern versehen werden, die den Regeln von Reiter für unique identifier folgen - was häufig nicht die von Autoren eingeführten Namen entsprechen.

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